Wenn die Nieren versagen

Normalerweise entwickelt sich Nierenversagen langsam. In manchen Fällen kann die Zeit von der Diagnose bis zum ernsten Nierenversagen jedoch kurz sein. Wenn die Nieren etwa 90% ihrer Filterfähigkeiten verloren haben, ist es Zeit, über eine Nierenersatztherapie nachzudenken.

Nierenersatz
Wenn die chronische Nierenkrankheit einen Punkt erreicht hat, an dem es kein Zurück mehr gibt, kann eine Nierenfunktion nur durch Dialyse oder Transplantation ersetzt werden. Es ist wahrscheinlich, dass die Planung hierfür viel früher begonnen hat, um den Patienten auf seinen neuen Lebensabschnitt vorzubereiten. Das Ärzteteam wird alle Optionen mit dem Patienten besprechen und ihm helfen, eine Entscheidung zu treffen, die auf seine persönlichen und medizinischen Bedürfnisse abgestimmt ist. Oft beginnt die Vorbereitung für Dialyse und Transplantation gleichzeitig.

Wenn Ihre Nieren versagen

Transplantation
Für viele Menschen ist eine Transplantation die beste Lösung mit der höchsten Lebensqualität. Es ist jedoch nicht jeder für eine Nierentransplantation geeignet. Es sind ausgiebige Tests nötig, um herauszufinden, ob man für eine Transplantation in Frage kommt. Leider gibt es zu wenig Spenderorgane, was bedeutet, dass es womöglich Monate oder sogar Jahre dauert, bevor ein geeignetes Transplantat gefunden werden kann. Eine Transplantation ist ein schwerwiegender chirurgischer Eingriff, der nicht immer erfolgreich ist. Transplantierte benötigen außerdem lebenslang Medikamente, damit das Transplantat weiterhin funktioniert.

Dialyse:
Dialyse ist die bei Weitem die häufigste Behandlungsform bei Nierenversagen. Es gibt zwei verschiedene Methoden - Hämodialyse und Peritoneal-Dialyse. Die meisten Menschen sind Kandidaten für beide Behandlungsmethoden.

Peritoneal-Dialyse: innerhalb des Körpers
Bei der Peritoneal-Dialyse wird das Blut innerhalb des Körpers gereinigt, wobei das Bauchfell die Filterfunktion übernimmt. Bei dieser Behandlung wird die Dialyseflüssigkeit über einen weichen Schlauch (Katheter) in die Bauchhöhle geleitet. Die Dialyseflüssigkeit zieht Abfallprodukte und überschüssiges Wasser aus dem Blut. Nach einer vorgeschriebenen Zeitdauer wird die Flüssigkeit wieder aus der Bauchhöhle geleitet, und damit die unerwünschten Abfallprodukte und das Wasser. Peritoneal-Dialyse wird zu Hause durchgeführt und bietet Patienten daher Flexibilität im Familienleben, der Arbeit und im Sozialleben.

Hämodialyse: außerhalb des Körpers
Hämodialyse reinigt das Blut bei einer Behandlung, die außerhalb des Körpers durchgeführt wird. Bei dieser Behandlung wird das Blut durch einen Filter zirkuliert, der an ein Dialysegerät angeschlossen ist. Der Filter entfernt Abfallprodukte und Flüssigkeiten aus dem Blut. Man benötigen einen Gefäßzugang, damit das Blut aus dem Körper entnommen und wieder zurückgeleitet werden kann. Die Hämodialysebehandlung findet in der Regel in einem Dialysezentrum statt. Die Standardbehandlung dauert 4-5 Stunden und wird mindestens drei Mal pro Woche durchgeführt. Das bedeutet, dass das Familienleben, die Arbeit und das Sozialleben an die Hämodialyse-Behandlungszeiten angepasst werden müssen.

Heim-Dialyse kann eine Alternative sein
Bei der Heim-Dialyse findet die Behandlung zu Hause statt, was den Patienten viel mehr Flexibilität in ihrem Familienleben, ihrer Arbeit und ihrem Sozialleben ermöglicht. Ein Dialysegerät wird beim Patienten zu Hause installiert und er wird geschult, wie er seine Dialysebehandlung selbst durchführen kann. Heim-Hämodialyse bietet die Freiheit, flexiblere Behandlungspläne durchzuführen und Sitzungen, die tagsüber und nachts stattfinden, zu kombinieren.

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